Eine Erinnerung

„Ich habe Hunger!“, rief er, doch er aß die feinen Speisen, die vor ihm auf dem Tisch standen, nicht. Er konnte es nicht, irgendetwas hinderte ihn daran. Er rief daher wieder und wieder, voller Energie, so konnte man es zumindest meinen. Doch der Beobachter dieser Situation wusste, was, beinahe magisch, ihn an dem Verspeisen dieser Köstlichkeiten hinderte.
Man könnte jetzt denken, es sei ein Leichtes, zu ihm zu gehen, um ihn aus dieser misslichen Lage zu befreien, doch, so wollte es das Leben, hinderte auch den Beobachter etwas daran, dies zu tun. Einerseits gab es ein grundlegendes Verständigungsproblem. Beide, wie sie dort standen, sprachen unentwegt miteinander. Doch er verstand nicht ein einziges Wort von dem, was der Beobachter ihm nahezu pausenlos zu rief. Es war wie der Zauber einer bösen Hexe, welcher auf ihm lag, wodurch er der normalen Sprache nicht mächtig war. Das zweite Problem war jedoch, als sei das Erste nicht genug, ein noch größeres Hindernis. Es war unüberwindbar, von der Natur, in ihrer einzigartigen Perfektion, geschaffen, um die Gesetze des Kosmos einzuhalten. Es gab nichts, was der Beobachter, oder ein jedweder Anderer, dagegen hätten tun können. Es war in jeder Person, bis in ihr kleinstes Teil, verankert und bestand seit Anbeginn aller Zeiten. Der Beobachter wusste davon, und es machte ihn zutiefst betroffen.

Schließlich war der Moment gekommen. Der Beobachter verabschiedete sich innerlich, denn nun war es vorbei. Die Zeit hatte den Tod gebracht.

Diese Seite Teilen: