Raspberry Pi Zero: Neuer Pi für 5 Euro veröffentlicht!

Der Raspberry Pi ist seit Jahren für viele Leute ein spannendes Multifunktionsspielzeug, auch mich hat bereits die erste Version begeistert. Zuletzt wurde mit dem Pi 2 ein deutlich stärkerer Nachfolger vorgestellt, welcher mit 1 GB Arbeitsspeicher und einem 900 MHz Quad-Core Prozessor eine deutlich höhere Leistung als der erste Pi hat, jedoch zum selben Preis verkauft wird. Doch die Raspberry Pi Foundation hat heute einen echten Knaller vorgestellt: Ein neuer Raspberry Pi für 5 Euro!

Okay, der Pi hat nicht die Leistung des Pi 2 – aber er soll dennoch um 40% schneller als das alte original Model sein. Statt den bisherigen 700 MHz hat der neue Prozessor standardmäßig einen Takt von 1 GHz. Dazu kommen erneut 512 MB Arbeitsspeicher. Die Platine ist im Vergleich zu den anderen Pis stark vereinfacht und ähnelt optisch sogar eher dem Compute Module. Dies liegt daran, dass die 40 GPIO Schnittstellen zwar vorhanden sind, aber keine Pins aufgelötet haben. Auch bei der restlichen Hardware wurde durchgehend auf eine flache Bauweise geachtet.

Pi+Zero+Features+Graphic+-+Small

Auf dem obigen Bild kann man die Elemente des Pi Zero sehr gut sehen. Statt dem normalen HDMI Stecker, gibt es hier einen Mini HDMI Stecker. Dieser bietet dieselbe Funktionalität, spart jedoch Platz. Allerdings benötigt man natürlich dazu einen Adapter oder ein Mini HDMI zu HDMI Kabel. Wie von den aktuellen Pis gewohnt gibt es einen Steckplatz für eine microSD Karte und einen USB Anschluss – dieser jedoch in der microUSB Form, wodurch man ebenfalls einen Adapter benötigt.

Doch selbst dieser Pi besitzt einen analogen Videoausgang, welcher jedoch nur in Form von zwei Lötpunkten vorhanden ist. Möchte man es benutzen, muss das Kabel somit manuell angelötet werden. Vermutlich werden 99% der Leute sowieso HDMI benutzen, für analoge Bildschirme – gerade auch innerhalb von Autos mit Videoeingang auf dem Radio – kann dies mit dem sehr günstigen Pi allerdings interessant sein.

Komplett verzichtet wurde hier auf einen Ethernet Anschluss. Der Nutzer verzichtet somit entweder auf eine Netzwerkanbindung, oder muss über Adapter beziehungsweise Hub einen Wlan Stick an USB anschließen.

PiZero_frontandside-small

Dank der verringerten Hardware und dem neuen Prozessor benötigt der Raspberry Pi Zero im Betrieb nur 160 mA bei 5 Volt. Somit verbraucht er nur 0,8 Watt – und das ist für einen Minicomputer mit Linux Betriebssystem unverschämt wenig. Natürlich bekommt man keinen vollwertigen Office PC, doch auch gerade in Krisengebieten oder der sogenannten dritten Welt kann man mit ihm nahezu alle Office- oder Internetaufgaben erledigen.

Der Hauptverwendungszweck wird allerdings wohl das embedded computing sein, das heißt der Pi wird einmal entsprechend eingerichtet und programmiert und verschwindet dann unauffällig im Hintergrund. So lassen sich zum Beispiel Wetterdaten, Überwachungsanlagen, Heimautomatisierung und sicher tausend weitere Dinge erledigen.

Der Raspberry Pi Zero sollte die nächsten Tage auch bei deutschen Händlern zu erwerben sein. Weitere Informationen bekommt man bei dem offiziellen Raspberry Pi Blog Eintrag und auf der Infoseite des Herstellers element14.

UPDATE: Der erste deutsche Händler nimmt jetzt Vorbestellungen entgegen. Er verkauft den Pi Zero mit HDMI- und USB-Adapterkabel für einen Gesamtpreis von 14,95€ zzgl. Versand. So wie es derzeit aussieht, wird man in Deutschland wohl (leider) immer 10 bis 15 Euro für den Pi zahlen müssen, da Steuern und Händlermarge noch auf den Basispreis hinzukommen.

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