Heroes of the Storm – Release

Seit einer Weile ist das Spiel Heroes of the Storm offiziell spielbar, ganz ohne Beta-Phase und alles andere. Das Spiel wartet, im Gegensatz zu seinen Konkurrenten League of Legends (LoL) und Defense of the Ancients 2 (DotA2), mit leicht anderen Konzepten und vielen Vereinfachungen auf. Aber von vorn:

Hinweis: Ich habe selbst nie LoL gespielt und werde deshalb nur grob auf die Unterschiede oder Gemeinsamkeiten zwischen diesem Spiel und Heroes of the Storm eingehen, wenn ich sie nicht sogar ganz weg lasse.

– Der Begriff MOBA

Alle drei genannten Spiele sind sogenannte MOBA, Multi Online Battle Arena-Spiele. Das bedeutet, dass halbwegs schnelle Runden mit Kämpfen von fünf gegen fünf Spielern gespielt werden, natürlich nur online. Die Spiele basieren prinzipiell alle auf dem einen Konzept, das vor vielen Jahren in Blizzard’s Warcraft 3 als Mod entwickelt wurde. Über das Grundspiel Warcraft 3 und später auch dessen Erweiterung The Frozen Throne konnte man via Internet Spiele suchen, wo sogenannte custom maps -selbsterstellte Karten- durch den Beitritt in die Lobby heruntergeladen wurden. Auf diesem Weg verbreiteten sich die custom maps oder auch fun maps sehr schnell und natürlich auch überall. Somit war Defense of the Ancients schnell eine der bekanntesten und beliebtesten Maps, die im Multiplayer von Warcraft 3 gespielt wurde.

– Die Entwicklung und Aufspaltung

Seit 2005 wurde die Entwicklung der Karte und ihrer Inhalte vom Entwickler Icefrog gepusht. 2009 wurde dann League of Legends released, ähnlich wie DotA, aber, um nicht mehr abhängig von Blizzard zu sein, mit eigenem Client. Das Spielprinzip wurde hier leicht verändert, sodass man von unterschiedlichen Spielen mit unterschiedlichen Ansprüchen sprechen kann. Im Jahr 2013 wurde schließlich mit DotA2 ein eigener Spielclient für das Grundspiel released, an dessen Entwicklung Icefrog maßgeblich mitwirkte. Irgendwann erkannte Blizzard den Hype um DotA und dessen Nachfolger und fing neben diversen rechtlichen Sicherungen damit an, ein eigenes Spiel zu entwickeln auf dieser Grundlage. Daraus wurde Heroes of the Storm. Das Spiel kam Anfang des Jahres 2014 in die technical alpha-Phase und blieb bis Januar 2015 in ebendieser. Wenige Zugänge wurden damals schon verteilt – ich hatte einen davon. Von Januar 2015 bis zum 19. Mai 2015 befand sich das Spiel in der closed beta-Phase und anschließend bis 02. Juni 2015 in der open beta-Phase. Seit dem 02. Juni ist das Spiel nun offiziell erschienen. Aber gehen wir weiter.

– Das Spielprinzip von HotS

In Heroes of the Storm -kurz HotS- gibt es einige Helden (aktuell 41) und mehrere Karten (aktuell neun). Die Karten sind zumeist folgendermaßen aufgebaut: beide Teams zu je fünf Spielern haben eine Zitadelle, die sich in ihrer Basis befindet. Es gilt, diesen zu beschützen. Der Tod ist nicht unendlich in diesen Spielen, sodass getötete Helden nach wenigen Sekunden (mit steigendem Level steigt auch die Respawn-Zeit) wieder auferstehen und weitergespielt werden kann. Das Ziel des Spiels ist es die Zitadelle des Gegners zu zerstören. Auf jeder Lane, so nennt man die Wege, die von der Zitadelle aus zur Mitte der Karte und zur Zitadelle des Gegners führen, gibt es außerdem mehrere Türme, Festungen und/oder Mauern. Zusätzlich gibt es sogenannte neutrale Camps, die man besiegen kann und die das eigene Team dann mit voller Stärke unterstützen. Die Kasernen beider Teams spucken für jede Lane eine handvoll kleiner Einheiten -sogenannte Creeps- aus, die dabei helfen, die gegnerischen Befestigungen zu zerstören. Für das Töten dieser Einheiten erhält man Erfahrungspunkte, die dem gesamten Team gutgeschrieben werden. Wichtig ist also, dass diese Erfahrungspunkte gesammelt werden, sodass man auf jeder der Lanes einen Helden platzieren sollte, der durch seine pure Anwesenheit die Erfahrungspunkte einsammelt. Sofern die Helden jedoch auch ein- und angreifen und die gegnerischen Truppen töten, können sie (sowohl die Helden aus auch die Truppen) die Türme und Festungen des Gegners belagern. Einige Helden sind für diese Belagerung besonders gut geeignet, andere weniger gut. Einen Beitrag leisten kann jedoch jeder Held.

– Karten und Helden

Nun gibt es zu jeder Karte ein bestimmtes „objective“, also ein Nebenziel, das das Gewinnen des Spiels vereinfachen kann. Folgend findet ihr eine Kurzübersicht:

Drachengärten

Drachengärten

Garten der Ängste

Garten der Ängste

Geisterminen

Geisterminen

Grabkammer der Spinnenkönigin

Grabkammer der Spinnenkönigin

Schlachtfeld der Ewigkeit

Schlachtfeld der Ewigkeit

Schwarzherzbucht

Schwarzherzbucht

Tempel des Himmels

Tempel des Himmels

Verfluchtes Tal

Verfluchtes Tal

Alle diese Karten sind sofort spielbar und werden per Zufall für ein Spiel mit und/oder gegen die KI oder gegen andere Spieler gewählt. Wenn man einen Helden auswählt und den Button „Bereit“ klickt, wird das Spielsuche-Verfahren eingeleitet. Sobald ein Team aus fünf Personen zusammengestellt wurde, ist ersichtlich, welche Helden die Mitspieler gewählt haben (sofern man allein spielt; wenn man mit Freunden spielt, sieht man deren Auswahl natürlich bereits vorher) und es startet ein Timer, der das Spiel initiiert. Erst nachdem man einem Team zugeordnet wurde, sieht man, auf welcher Karte man spielen wird, und erst nach Spielstart, welche Helden die Gegnerseite gewählt hat. Bei der Heldenauswahl öffnet sich folgendes Interface:

Heldenübersicht 1

Ausschnitt 1:
Dieses Element zeigt Informationen zum Helden (Fähigkeiten & Talente) und Möglichkeiten, den Helden optisch anzupassen (Skins & Reittiere). Unter Fähigkeiten kann man alle Grundfähigkeiten sowie die ultimativen Fähigkeiten, zwei an der Zahl, einsehen. Die ultimativen Fähigkeiten -auch Ultimates genannt- sind frei wählbar und können die Spielweise und den Spielverlauf beeinflussen. Genau das gleiche gilt auch für die Talente. Innerhlab eines Spiels sind auf den Stufen 1, 4, 7, 10, 13, 16 und 20 Talente wählbar, die je nach Situation, abhängig vom eigenen und vom gegnerischen Team, mehr oder weniger hilfreich sind. Das Ultimate kann man auf Stufe 10 wählen und es gegebenenfalls auf Stufe 20 verbessern. Ansonsten bieten die Talente Verbesserungen für entweder die Überlebensfähigkeit, die Ausdauer im Kampf oder die Angriffsstärke und -reichweite. Die Talente wählt man für jedes neubegonnene Spiel neu aus, können jedoch im laufenden Spiel, einmal gewählt, nicht mehr zurückgesetzt werden. Skins von Helden machen das Spiel farbenfroher und die gewählten Helden individueller. Für jeden Helden gibt es einen normalen und einen Elite-Skin und zusätzliche Skins, die in Anlehnung an Filme oder andere Spiele erstellt wurden. Alle Skins haben drei Farbvarianten. Die erste Farbvariante ist von Anfang an verfügbar, alle weiteren werden mit steigendem Heldenlevel freigeschalten. Auch der Elite-Skin kann so freigeschalten werden. Der Held muss dafür Level 10 erreicht haben. Der Skin kostet dann 10.000 Gold (auf das Gold gehe ich noch später ein). Alle weiteren als der normale und der Elite-Skin können nur durch echtes Geld erworben werden. Man kann seinen Helden so optisch aufwerten. Somit gehört das Spiel in das free-to-play-Geschäftsmodell.

Ausschnitt 2:
Dieses Element wählt einen zufälligen Helden für das nächste Spiel aus. Erst nachdem das Spiel gestartet ist, sieht man, welcher Held ausgewählt wurde. Dabei können nur Helden ausgewählt werden, die bereits freigeschalten wurden oder die in der aktuellen Rotation enthalten sind. Zu diesem Thema kommen wir noch.

Ausschnitt 3:
Dieses Element erleichtert die Sortierung nach Rolle oder Universum. Die Rollen, denen ein Held zugewiesen wird, sind hierbei Krieger, Assassine, Unterstützung und Spezialist. Alle Rollen drücken somit aus, für welche Rolle der Held angedacht ist, jedoch kann man durch die zielgerichtete Wahl von Talenten selbst als Unterstützer noch viel Schaden austeilen und sogar den Assassinen Konkurrenz machen. Gleiches gilt natürlich auch für andere Rollen in Bezug zueinander. Die Sortierung nach Universum bezieht sich auf die Spiele, aus denen die Helden dem Spieler eventuell bekannt sind. Aktuell verfügbare Universen sind Warcraft, StarCraft, Diablo und Blizzard-Klassiker. So ergeben sich viele Kombinationen, die gespielt werden können und auch per täglicher Quest -Daily genannt- manchmal verlangt wird. Auch dazu später mehr.

Heldenübersicht 2

Ausschnitt 4:
Dieses Element erscheint nur, wenn man den ausgewählten Helden noch nicht besitzt, und zeigt, wie man ihn erwerben kann. Für jeden Helden gibt es sowohl die Möglichkeit ihn via Gold zu erwerben oder mit echtem Geld. Helden kosten zwischen 2.000 und 15.000 Gold oder 3,99 und 9,99 Euro, den höchsten Goldpreis jedoch nur, wenn sie erst kürzlich zum Spiel hinzugefügt wurden und somit noch recht neu sind. Skins kosten zwischen 4,99 und 9,99 Euro. Helden und Skins können im Angebot sein, wodurch sie einen Rabatt auf den Echtgeld-Preis erhalten. Der Goldpreis bleibt nahezu immer gleich, außer wenn ein Held neu eingeführt wurde.

Ausschnitt 5:
Dieses Symbol bedeutet, dass ein Held aktuell in der Rotation enthalten, also frei spielbar, ist. Helden ohne dieses Symbol wurden bereits erworben und können jederzeit gespielt werden. Helden, deren Icon ausgegraut ist, wurden noch nicht erworben und können aktuell nicht gespielt werden. Die Rotation ändert sich wöchentlich am Dienstag gegen 5 Uhr morgens.

Ausschnitt 6:
Diese Elemente rufen grundsätzliche Funktionen auf. Von links nach rechts sind das: Freundeliste, Questlog und Einstellungen. Auf der Freundeliste sind neben Freunden auch machmal Spieler aus einem absolvierten Spiel oder aus der Nähe (Netzwerk) aufgeführt.

Aktuell eingeführte Helden

Abathur, Anub’arak, Arthas, Azmodan, Chen, Der Schlächter*, Diablo, E.T.C., Falstad, Funkelchen, Gazlowe, Illidan, Jaina, Johanna, Kael’thas, Kerrigan, Kharazim*, Kleiner, Leoric*, Li Li, Lost Vikings, Malfurion, Muradin, Murky, Nazeebo, Nova, Raynor, Rehgar, Rexxar*, Sergeant Hammer, Sonya, Sylvanas, Tassadar, Thrall, Tychus, Tyrael, Tyrande, Uther, Valla, Zagara, Zeratul

*Diese Helden sind in der Übersicht auf den Bildern noch nicht zu sehen.

– Gold und Erfahrung

Mit den Erfahrungspunkten, die man in einem Spiel insgesamt sammelt, steigen nach Sieg oder Niederlage auch die Erfahrungspunkte des Accounts und des Helden. Das hat verschiedene Auswirkungen. Helden können mit höherem Level auf mehr Talente zugreifen und sind deshalb im Kampf flexibler und teilweise auch stärker. Sobald der Account Level 25 erreicht, werden alle Talente für alle Helden einfach freigeschalten. Außerdem erhält man für jedes Level, das der Account steigt, auch Belohnungen in Form von Gold, neuen Spielmodi und unterschiedliche Profilrahmen. Das selbe gilt für die Level der Helden; mit steigendem Level erhält man entweder Gold als Belohnung oder kann neue Farben für die Skins oder Reittiere freischalten. Das maximale Level für den Account liegt bei 40, für Helden bei 20, wobei für Helden ab Level 9 sehr viele Spiele erforderlich sind um weitere Level zu erhalten.

Als „kurze“ Ergänzung zu den anderen beiden MOBA: in LoL gibt es 125 Helden zu vier verschiedenen Karten und in DotA2 sind es 110 Helden mit nur einer Karte. Die Gebäude, deren Zerstörung das Ziel des Spiels ist, heißen dort Ancient (DotA2) und Nexus (LoL). In beiden Konkurrenzspielen gibt es das sogenannte Ingame-Gold-System. Dieses System erzeugt einen großen Unterschied: in DotA2 kann man neutrale Camps besiegen, erhält dafür Gold und benutzt dieses für den weiteren Fortschritt im Spiel. Gold erhält man in DotA2 außerdem von allen feindlichen Creeps, die die Kasernen für jede Lane ausspucken, und zusätzlich wird ein nicht zu verachtender Goldwert für das Zerstören von Türmen und anderen Gebäuden bereitgestellt, der, je nach Gebäude, auf das ganze Team aufgeteilt oder nur einem Spieler gutgeschrieben wird. Auch Erfahrung wird in DotA2 anders behandelt. Wenn ein Spieler in der Nähe von ihm feindlichen, sterbenden Creeps oder Camps steht, erhält er Erfahrung. Sofern er sich allerdings an einer komplett anderen Stelle auf der Karte befindet (zum Beispiel im Brunnen), wird sein Erfahrungsgewinn gleich null sein. Kurzum kann man sagen, dass nur Helden, die sich im Kampf bewähren und Einsatz zeigen, Erfahrung erhalten (es reicht natürlich aus, nur in der Nähe des Kampfes zu stehen um Erfahrung zu erhalten, aber davon kann man sich – im wahrsten Sinne des Wortes – nichts kaufen).

– Fazit

Heroes of the Storm ist ein Spiel, das begeisterte Spieler von LoL und DotA2, die inzwischen aufgrund von Arbeit und Familie weniger Zeit haben für Computerspiele, für sich gewinnen kann, da es deutlich kürzere Spielrunden und ein einfacheres System beinhaltet. Für ein paar wenige Runden am Abend ist also eher Zeit als bei den beiden komplexeren Spielen. Natürlich gibt es trotz allem noch Verbesserungen, auf die man als eingefleischter DotA2- oder LoL-Spieler vielleicht nicht verzichten möchte (als Beispiele: anderen Spielern beim Spielen zusehen, sofortiger Reconnect ins Spiel), aber eigentlich spricht nichts dagegen, dass Blizzard diese Verbesserungen selbst noch implementiert und das Spiel somit noch einmal aufwertet.

 

Quellen: eu.battle.net, dota2.com, leagueoflegends.com, de.wikipedia.org

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