Was tun, wenn die SD Karte versagt? Tools und Tips zum Retten der Karte!

Für viele Anwendungen benötigt der moderne Mensch von heute eine SD Karte. Ob es für die Digitalkamera, den das Smartphone oder den Microcomputer (Raspberry Pi) ist. Doch manchmal schleichen sich Fehler in die Karte und sie funktioniert nicht mehr so wie sie sollte. Ein Fall für die Tonne? Nicht unbedingt! Mithilfe von diversen Linux Tools lassen sich selbst vermeintlich defekte Karten noch retten.

Wenn eine SD Karte deutlich langsamer, fehlerhaft oder gar nicht mehr arbeitet, sollte man natürlich zuerst die Karte formatieren. Auf Windows erledigt dies ein einfacher Rechtsklick auf die Karte, bei Linux benötigt man meistens ein Tool.

1. Die Karte formatieren

Das Tool der ersten Wahl ist hier GParted. Es ist entweder vorinstalliert oder meist in den Paketquellen der jeweiligen Distribution enthalten. Man öffnet das Programm mit Root Rechten, wählt die Karte aus und löscht alle aktuellen Distributionen. Danach wählt man den nicht zugeteilten Bereich aus und lässt eine neue Partition erstellen. Als Format wählt man FAT32 aus. In den meisten Fällen sollte die Karte jetzt schon wieder funktionieren.

Wenn die Karte noch immer nicht funktioniert, kann man es mit dem Programm GNOME Disks, welches in Ubuntu als Laufwerke bekannt ist, verwenden. Man wählt die Karte aus, löscht die aktuellen Partitionen und geht auf formatieren. Hier wählt man jedoch den Punkt Vorhandene Daten mit Nullen überschreiben (Langsam) und Kompatibel mit allen Systemen (FAT) aus. Dies dauert etwas länger, jedoch wird die gesamte Karte einmal überschrieben.GParted

Weigert sich die SD Karte dennoch ihren Dienst zu verrichten, muss man zu anderen Methoden greifen:

2. Partitionstabelle erneuern und Filesystem überprüfen

Manchmal hat man (oder das System) ziemlichen Mist gebaut und man muss die sogenannte Partitionstabelle der Karte erneuern. Im einfachsten Fall greift man wieder zu GParted, klickt auf Laufwerke und dann auf Partitionstabelle erstellen. Hier wählt man den Typ msdos aus (klingt komisch, ist aber so!) und klickt auf Anwenden. Im Zweifel noch einmal formatieren und zu 95% funktioniert die SD Karte wieder.

Doch wenn auch dies nicht weiterhilft gibt es noch eine letzte Möglichkeit. Man braucht das Terminal-Programm dosfsck, welches in Ubuntu in dem Paket dosfstools enthalten ist. Ihr müsst nun zuerst den Pfad eurer SD Karte herausfinden, welcher je nach System nicht immer ganz klar ist. Oftmals soll die SD Karte im Pfad /dev/sdc1 liegen, bei meinem Laptop ist es aber ein komplett kryptischer Pfad gewesen. Mit dem Befehl sudo fdisk -l (oder alternativ mount) kann man den Pfad allerdings einfach ablesen.

Zur Reparatur tippt ihr nun dosfsck -a -V /dev/EUER-PFAD ein. Jetzt dauert es ein wenig und es kommt hoffentlich eine Erfolgsmeldung. Danach eventuell noch einmal formatieren und spätestens jetzt sollte die SD Karte wieder wie am ersten Tag funktionieren.

3. Es klappt immer noch nicht

Öffnet Amazon.de, sucht nach SD Karte und kauft eine neue.

*Selbstverständlich werden bei dieser Anleitung alle Daten auf der Karte gelöscht. Alle Schritte habe ich bereits selbst durchgeführt und sie brachten die Rettung der Karte.

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