DIY: Wie baut man sich selbst eine TRON Legacy Wohnung

Jeder der den Film Tron Legacy gesehen hat ist begeistert von dem Design dieses Films. Er sieht einfach anders  aus als andere Filme, und zwar wesentlich besser als andere Filme. Eine Szene hat mich besonders fasziniert: Kevin Flynns Wohnung. Diese sehr helle und kontrastreiche Wohnung ist eine der wenigen Dinge im Film die realistisch machbar sind. Sicher, es ist ziemlich abgedreht so etwas in einer echten Wohnung zu machen, aber im Gegensatz zu der riesigen Arena, dem Lightcycle Feld (Raster) oder Castors Club ist es – theoretisch – für jede Wohnung machbar.

Um die Kosten für diesen Raum nicht in unerreichbare Höhen zu treiben sollte man als erstes diesen Wunderschönen Raum umdrehen. Denn hier leuchtet der Boden und die Deckt hat keine Lampen. Um dies für sich selbst zu machen müsste man auf dem gesamten Boden ein durchscheinendes Material nehmen das so stabil ist, dass darauf Menschen laufen können und darunter die Lampen platzieren. Dies ist wohl den Filmemachern (und Millionären unter euch) vorbehalten. Auf dem Boden weiße Fließen und an der Decke diese Beleuchtung ist viel leichter realisierbar und hat dennoch den Tron Effekt. (Ich gehe davon aus, dass der Boden aus weißen Fließen besteht und werde dies daher nicht mehr weiter darauf eingehen.)

Die Farbe

Zuerst zu den hier einfacheren Dingen: Die Farbe. Es ist eindeutig zu erkennen, in diesem Raum gibt es nur Schwarz, Weiß und Silber. Daher gibt es die einfache Regel: Alles was nicht Schwarz, Weiß oder Silber ist hat in dem Tron Raum nichts zu suchen. Entweder kommt es nicht rein, oder es muss den Farben angepasst werden. Bei einfachen Regalen ist dies recht simpel. Man sprüht sie mit gut Autolackspray an und schon hat man den ersten Einrichtungsgegenstand für seine Wohnung. Autolackspray ist deshalb wichtig, da nur dieses Spray wirklich fest wird und man (nach dem Trocknen) die Gegenstände auch benutzen kann ohne dass sie abfärben. Bei den Stoffen ist dies sehr viel schwieriger. Mit Suchen und etwas Glück findet man aber sicher in großen Möbelhäusern passende Gegenstände. Wie man auf den Bildern sehen kann sind hier zwei Stile gemixt. Ein moderner schlichter „Designer“ Stil und ein klassischer Stil. Die modernen Möbel sollten relativ leicht zu bekommen sein, mit dem klassischen bleibt einem wohl nur das selbst Färben. Aber auch hier gilt, wer genug Geld hat kann auch einfach zum Polsterer gehen und den vorhandenen Stoff gegen Weißen austauschen lassen.

Sehr wichtig ist natürlich, dass der Raum später nicht zu voll gestopft sein darf. Es müssen wenige Möbel auf viel Raum sein. Man kann sich hier auch andere „Designer Wohnungen“ anschauen (z.B. Tom Lincolns Wohnung aus dem Film Die Insel) und sich daran orientieren, wenn man sich nicht ganz strikt an die Tron Bilder halten möchte. Die Wand in im Film besteht aus Fels, denn die Wohnung ist in einem großen Felsen gebaut. Wer seine eigene Wohnung nicht auch gerade in einem Felsen gebaut hat, sollte die Wand erst Anthrazit streichen und danach mit einem Effektroller in einem noch dunkleren Anthrazit darüber streichen. Man sollte beim Farbenkauf im Laden allerdings sicher sein eine nicht zu helle Farbe zu nehmen. Denn das Anthrazit steht im Grunde für Schwarz, als Kontrastfarbe zu der weißen Decke und dem weißen Boden.

Die Beleuchtung

Das schwierigste ist nun die Deckenbeleuchtung. Grob gesagt sieht sie so aus: An der Decke sind Lampen angebracht, und darunter sind matte Acrylglasplatten befestigt, welche das Licht zerstreuen. Hier gibt es allerdings viele Dinge zu beachten. So zum Beispiel die Wahl des Leuchtmittels. Bei Lampen denkt man zuerst an Glühbirnen. Diese sind hier definitiv nicht zu empfehlen. Sie verbrauchen auf solche Flächen zu viel Strom, werden zu heiß und gehen schnell kaputt. Diese fallen also raus. Eine weitere Möglichkeit sind LEDs. Jeder der heutzutage eine moderne Wohnung hat, hat irgendwo LEDs eingebaut. Das ist einfach modern und in. Es eignet sich auch definitiv gut für diese Beleuchtung, denn sie werden nicht heiß, halten sehr lange und verbrauchen wenig Strom. Doch das große Aber kommt jetzt. LEDs sind heute noch sehr teuer. Wenn man eine ganze Decke damit ausleuchten will braucht man viele LEDs. Sehr viele. Gut eignen würden sich LED-Streifen. Nach meinen Recherchen kosten diese zurzeit um 1 Euro pro Zentimeter. Wenn die Decke Beispielsweise 16m² groß ist und man nur alle 50 Zentimeter diese Streifen verlegen möchte, würde man auf eine Gesamtlänge von 28 Metern kommen. Dies sind ungefähr 2.800 Zentimeter. Mit Mengenrabatt, Freundschaftspreis und Vitamin B kostet das sicher immer noch die Hälfte. Also LED-Streifen sind leider uninteressant. Günstiger würde es mit einzelnen 5mm LEDs werden. Diese sind meistens nicht so hell wie kleine SMD-LEDs von den Streifen, daher sollte man etwa alle 10 Zentimeter eine LED einplanen (sie müssen ja schließlich noch durch die Kunststoffplatte durchleuchten).  Bei 16 m² wären dies grob 1440 (der Rand muss abgezogen werden, daher keine 1600). Bei etwa 20-40 Cent pro weißer LED ist dies für so eine Beleuchtung noch im Rahmen. Ich schrieb einzelne LEDs. Dies bedeutet die LEDs sind einzeln. 1440. Es ist günstig, hell und sehr platzsparend, wer 1440 LEDs mitsamt Widerständen verlöten möchte kann dies gerne tun. Für die anderen empfehle ich dann die dritte Variante. Die gute alte Leuchtstoffröhre.

Wie für diesen Zweck gemacht gibt es runde Leuchtstoffröhren. Diese gibt es in Durchmessern von 20-40 Zentimetern zu kaufen. Als gute Variante könnte man eine 30cm T8 Röhre nehmen. Diese kostet pro Stück nur um die 10€, und es gibt sie in einer Lichtfarbe von 4000K. Das bedeutet sie haben kein gelbliches (warm-weißes) Licht, sondern kühles weißes Licht. Das eignet sich sehr gut für die Beleuchtung. De Weiteren sind sie Energiesparender als Glühbirnen und halten sehr viel länger. Es gibt auch 30cm T5 Röhren, diese sind noch etwas dünner und effizienter, kosten allerdings auch um die 30€. Der einzige Nachteil gegenüber LEDs ist die Wärmeentwicklung. Man sollte genug Abstand zu dem Acrylglas lassen und möglichst Stellen zur Luftzirkulation frei lassen, damit es über dem Acrylglas nicht zu warm wird und Schäden entstehen.

Das Acrylglas gibt es in verschiedenen Stärken. Für diesen Zweck sollten 2mm genügen. Dazu eine LD (Lichtdurchlässigkeit) von 30-40% damit man die Lampen nicht zu stark sieht und sich das Licht schön streut. Eine gute Aufteilung des Acrylglas und der Lampen ist in Quadratmeter. Eine runde Leuchtstoffröhre pro Quadratmeter, darunter eine 1 m² große Acrylglasplatte. Somit sollte das Aussehen der Beleuchtung der von Tron entsprechen, in der Mitte heller als außen.

Platten an der Decke befestigen?

Die Lampen müssen mit entsprechenden Fassungen etc. an der Decke Befestigt werden. Dies sollte kein allzu großes Problem sein. Schwieriger wird es jedoch die Acrylglasplatten zu befestigen. Ich habe mir dazu eine relativ simple Befestigungsmethode ausgedacht (siehe Skizze). An der Decke werden je Platte vier starke Magnete dauerhaft Befestigt (am besten von der Seite supermagnete.de, dort wird die Tragkraft jedes Magneten angegeben). Die vier Magnete sollten mindestens das Doppelte des Gewichts der Platte tragen können. An die Acrylglasplatten werden 4 dünne Metallstifte mit einem starken durchsichtigen Kleber fest angeklebt. Diese Metallstifte müssen oben eine Verdickung haben. Im Querschnitt sollte jeder ein T darstellen. Dieser „Deckel“ wird dann kommt dann später an die Magneten. Somit sollte die Platte Randlos und dennoch wieder entfernbar an der Decke hängen. Im Film ist zwischen den Platten zwar ein Rand, aber warum sollte man es nicht besser machen? Außerdem kann man bei möglichen Unebenheiten nachträglich immer noch einen Rand von der Außenseite einfügen.

Jetzt muss nur noch verkabelt werden und dann ist die Deckenbeleuchtung im Tron Stil fertig. Doch wenn man sich die Wohnung im Film Tron Legacy genau ansieht, merkt man dass nicht alle Lampen gleichzeitig angehen, sondern eine Reihe nach der anderen. Je nach Szene entweder von der Mitte aus oder vom Rand aus. Wenn man es schon macht, dann richtig. Dies ist dann nicht die Deckenbeleuchtung im Tron Stil, sondern es ist dann „Die Tron Deckenbeleuchtung“. Daher werde ich im etwas später Folgenden zweiten Teil der Anleitung auf die Elektronik eingehen. Denn jede Lampe wird einzeln verkabelt damit man diesen Effekt bei sich selbst herstellen kann. Bestaunen kann man dies aber schon in diesem YouTube Video.

Die Bilder der Wohnung stammen von Esquire und LA Times.

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